Gelungener Einstieg | Cycmobility Innsbruck 19 erfolgreich

Ein voller Saal, interessante Vorträge und eine sehr angeregte Debatte – Cycmobility ist mit dem Fachseminar Innsbruck 19 erfolgreich gestartet und macht Lust auf mehr.

Begrüßung Bürgermeister Willi Foto Paul Aigner

Bürgermeister Georg Willi begüßte die rund 200 Teilnehmer im vollen Saal der Stadtbibliothek Innsbruck und gab seiner Freude über das große Interesse Ausdruck. Innsbruck sei sich bewußt, dass bei der Ökologisierung der Mobilität noch viel zu tun sei und wolle sich mit Cycmobility das Rüstzeug für weitere Maßnahmen beschaffen und auch in Dialog mit Fachleuten und Interessierten treten.

Im Hauptvortrag ging DI Prof. Ineke Spapé, „Fahrradprofessorin“ an der Uni Breda und Mitinhaberin des Planungsbüros SOAB Consultants auf die Entwicklung und den Stand der Fahrradmobilität in den Niederlanden ein. Dabei wurde klar, dass die beeindruckend hohe Fahrradnutzungsquote in den Niederlanden das Ergebnis eines offenen gesellschaftspolitischen Prozesses ist und sehr viel mit Pragmatismus,  rationalem Sparsinn und der Lust am Experiment zu tun hat – alles Eigenschaften, die den Niederländern nachgesagt werden.

So wie in allen Ländern Europas sei die Fahrradnutzung auch in den Niederlanden bis zum Ende des zweiten Weltkrieges sehr hoch gewesen, um dann zunehmend in Nutzungskonflikte mit den Autos zu geraten. Durch die starke Autonutzung sei es in der Folge zu vielen Unfällen und toten RadfahrerInnen gekommen, darunter auch sehr viele Kinder. Das haben die Menschen dann nicht mehr hingenommen, massive Kampagnen für Verkehrssicherheit und vor allem für sichere Radverbindungen seien die Folge gewesen. Und da Strukturen Verhalten bedingten, habe die Radnutzung stark zugenommen und damit auch der Druck, diese Strukturen stetig an die Erfordernisse der Zeit anzupassen.

Prof. Spapé zeigte an Hand vieler Beispiele den Stand der Fahrradinfrastrukturplanung und deren Umsetzung in den Niederlanden auf und vermittelte eine ganze Reihe von Ansatzpunkten, die auch für Innsbruck und Umgebung von aktueller Relevanz sind und die es erlauben, die Erkenntnisse aus der Arbeit in den Niederlanden auf die künftigen Entscheidungen hierzulande zu übertragen.

190521_Cycmobility_©Stadt Innsbruck
Die Macher und die Referenten von Cycmobility Innsbruck 19: Teresa Kallsperger, Christian Schoder, Ineke Spapé, Stadträtin Uschi Schwarzl (1. Reihe), Markus Lobis (2. Reihe), Bürgermeister Georg Willi, Prof. Markus Mailer (3. Reihe, 3. v.l.) und Hugo Götsch, sowie VertreterInnen des Innsbrucker Gemeinderates

Anschließend stellten sich die vor kurzem eingesetzten Rad- und FußmobilitätskoordinatorInnen Teresa Kallsperger und Christian Schoder zum ersten Mal in größerem Rahmer der Öffentlichkeit vor und gaben Einblick in ihre Arbeit. Sie seien aktuell mit der Bestandsaufnahme und der Analyse der Ausgangsbedingungen beschäftigt und arbeiteten an einem Masterplan, der Ende des laufenden Jahres vorgestellt werden soll.

Dabei ginge es nicht nur um Innsbruck sondern auch und vor allem um die Anbindung der Nachbargemeinden, da ein Radverkehrsnetz nicht nur aus dem Blickwinkel einer Gemeinde betrachtet werden könne.

Kallsperger und Schoder beeindruckten durch Sachkenntnis und gute Vermittlung der Inhalte und betonten auch ihr starkes Interesse am Dialog mit Rad-NutzerInnen, politischen EntscheiderInnen und allen BürgerInnen.

Prof. Markus Mailer von Institut für Infrastruktur/Arbeitsbereich Intelligente Verkehrssysteme an der Uni Innsbruck brachte den Blickwinkel des Verkehrsplaners ein und erläuterte, wie vielschichtig und komplex es sei, die Grundlagenermittlung zu betreiben und zu aussagekräftigen Ausgangsdaten zu kommen.

Er erläuterte eine Serie von Fachbegriffen und planerischen Anforderungen und kam auch auf die Frage nach dem Umgang mit dem öffentlichen Raum zu sprechen. Neben hochwertigem planerischen Rüstzeug müsse die Politik klare Vorgaben erarbeiten, für den Interessenausgleich sorgen und die spezifischen Planungsergebnisse in einen größeren Zusammenhang stellen.

Die anschließende Publikumsrunde wurde sehr rege für viele Fragen und Anmerkungen genutzt, sodaß sich am Publikumsmikrofon in der Mitte des Raumes sogar Schlangen bildeten. Dabei kamen sowohl grundsätzliche Anmerkungen vor als auch sehr spezifische Fragen.

Den Abschluss der zweieinhalbstündigen Veranstaltung machte Verkehrs- und Kulturstadträtin Uschi Schwarzl, die sich über den erfolgreichen Verlauf des Fachseminars freute und weitere Initiativen dieser Art anstoßen will.

 

Cycmobility, bikePROS und der Verein alpenRAD|mobil bedanken sich für das Vertrauen und stellen ihre Expertise und Koordinationsarbeit und Vernetzungskapazitäten gerne auch für weitere Initiativen zur Verfügung.

 

 

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