„Man muss die Radfahrer verwöhnen“ | Fachtung Cycmobility in Toblach feiert das Fahrrad

Im Euregio Kulturzentrum Grandhotel Toblach hat die Fachtagung „Cycmobility“ am Freitag rund 100 Architekten, Ingenieure, Mobilitätsverantwortliche und politische Entscheider in Südtiroler Gemeinden und Bezirksgemeinschaften mit Radmobilitätsexperten aus Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Italien zusammengebracht. Ziel des gemeinsamen Austausches war es, Wege aufzuzeigen, wie das Alltagsverkehrsmittel Fahrrad erfolgreich gefördert werden kann.

Joachim Dejaco bei Begrüßung
STA-Generaldirektor Joachim Dejaco begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und erläuterte, warum sich die STA gerne an der Organisation der Tagung beteiligt hat.

Der bekannte Verkehrsplaner Prof. Hermann Knoflacher kritisierte in seinen Beiträgen die heutige Dominanz des Autoverkehrs, die z. B. durch gesetzliche Verpflichtungen zum Bau von Pkw-Stellplätzen sprichwörtlich zementiert wird.

Der niederländische Fahrradexperte Sjors van Duren erläuterte anschließend am Beispiel des Radschnellwegs Arnhem – Nijmegen, wie Fahrradinfrastruktur gestaltet werden muss, damit alle Menschen gerne das Fahrrad nutzen und Verkehr vom Auto auf das Fahrrad verlagert werden kann.

Sjors van Duren beim Vortrag
Sjors van Duren ist Radmobilitätsberater und Mitglied der Dutch Cycle Embassy

Lorenz Siegel vom Beratungs- und Planungsbüro Copenhagenize Design Company erläuterte die harten und weichen Faktoren, die Kopenhagen zur Welthauptstadt der Radmobilität gemacht haben. Anhand eindrucksvoller Fotos und Statistiken zeigte er, wie man Fahrradfahrer mit großen Infrastrukturen – z. B. aufwendigen Fahrradbrücken – und kleinen Infrastrukturen – z. B. Haltegriffen an Ampeln – verwöhnen kann und sollte.

Lorenz Siegel beim Vortrag
Lorenz Siegel vom bekannten Beratungs- und Planungsstudio Copenhagenize Design Company

Wo und wie die Radmobilität auch südlich der Alpen gefördert wird, erläuterten Thomas Flenghi und Eros Giraldi anhand des Rad-Infrastruktur- und Kommunikationskonzepts „Bicipolitana“ in Pesaro.

Screen Flenghi

Brunella Franchini von der Gemeinde Bozen und Günther Innerebner von der Kommunikationsagentur helios zeigten auf, was in Bozen in Sachen Radmobilität umgesetzt wird.

Fabian Küster von der European Cycling Association und Paolo Gandolfi von der FIAB (Federazione Italiana Amici della Bicicletta) zeigten am Nachmittag, wie derzeit auf internationaler und nationaler Ebene die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Verkehrsmittel Fahrrad deutlich verbessert werden. Euregio-Generalsekretär Christoph von Ach nutzte anschließend die Gelegenheit, den Euregio-Schwerpunkt Fahrradmobilität vorzustellen.

Während der Fachtagung gab es häufig die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Debatte mit den Referenten und den Fachleuten im Publikum. Dabei wurden viele konkrete Verbesserungsvorschläge für die Radmobilität in Südtirol, aber auch mögliche Themen für weitere Cycmobility-Veranstaltungen aufgezeigt.

Organisiert wurde die Fachtagung vom Verein alpenRAD|mobil, der Plattform bikePROS und der STA – Südtiroler Transportstrukturen AG. Inhalte der Tagung werden in Kürze auf www.cycmobility.eu und www.greenmobility.bz.it verfügbar sein.

Foto bikePROS und STA - Ausschnitt
Freuten sich über den gelungenen Start von Cycmobility: Joachim Dejaco, Generaldirektor der STA (Bildmitte), Markus Belz, Mobilitätsexperte bei STA/green mobility (3. von rechts) und die bikePROS, bzw. Gründer des Vereins alpenRAD|mobil Hugo Götsch, Markus Lobis, Claudia Tscherne und Freddy Mair (von links nach rechts)
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